Gesellschaft für Neue Musik Hamburg e.V.

Die Gesellschaft für Neue Musik Hamburg e.V. (GNMH) wurde im Januar 1992 von Dr. Manfred Stahnke, Dr. Peter Niklas Wilson und Dr. Joachim Noller gegründet. Dr. Noller war bis 1994 ihr erster Vorsitzender, gefolgt von Manfred Stahnke, der das Ehrenamt bis 1997 innehatte.

Gemäß ihrer Satzung ist die Aufgabe der GNMH, „die Förderung der Neuen Musik in Hamburg. Diese kann erfolgen u.a. durch Veranstaltung von Konzerten, Workshops und Symposien, wobei eine Zusammenarbeit von Komponisten, Interpreten, Musikwissenschaftlern, Journalisten und Veranstaltern angestrebt wird“. Gleichermaßen ausgehend von Improvisation und notierten Partituren werden die Werke oftmals von Mitgliedern der GNMH selbst aufgeführt. Hierbei kommen akustische Instrumente mit und ohne Live-Elektronik ebenso zum Einsatz wie Computer.

Daran ist bereits die stilistisch und musikästhetisch überaus heterogene Mitgliederstruktur der GNMH zu erkennen. Das Spannungsfeld zwischen Improvisation und Notation war auch eine der leitenden Ideen bei dem erstmals im November 1992 in der Opera Stabile in Hamburg veranstalteten Festival „Fließende Grenzen“, das in Zusammenarbeit mit dem Ensemble L'Art pour l'Art und der Musikervereinigung TonArt bestritten wurde.

Unter dem Vorsitz von Manfred Stahnke wurde das Festival mit Mitteln der Kulturbehörde Hamburg, wohlwollend vertreten durch Dr. Helmut Tschache, bis 1996 mit wechselnden Themen und Interpreten fortgesetzt Mit der Wahl von Hans-Christian von Dadelsen zum ersten Vorsitzenden im Jahr 1997 erhielt das jährlich abgehaltene und in der Regel dreitägige Festival der GNMH ein inhaltlich stärker auf musikphilosophische Fragen ausgerichtetes Konzept, wobei von Dadelsen vor allem bestimmte Entwicklungen der Popmusik und der minimal music in den USA versus in der klassischen europäischen Tradition stehende Kompositionsverfahren in den Vordergrund gerückt hat. Der auf Hans-Christian von Dadelsen zurückgehende neue Name des Festivals „Pur oder Plus“, im Untertitel einmal auch „P.O.P. - Power or Philosophy?“ brachte diesen speziellen Fokus zum Ausdruck. Unter seinem Vorsitz wurde die Zusammenarbeit mit der Freien Akademie der Künste und dem Norddeutschen Rundfunk erfreulich ausgebaut.

Deutlich veränderte kulturpolitische Rahmenbedingungen machten dem sich stetig steigender Bekanntheit und Beliebtheit erfreuenden Festival 2006 ein abruptes Ende. Unter dem Vorsitz von René Mense, der 2007 gewählt wurde, hat die GNMH einen neuen Weg eingeschlagen. Aus einem jährlichen Festival werden nun mehrere einzelne aufs Jahr verteilte Konzerte, die alle einen eigenen inhaltlichen Schwerpunkt haben.

Neu ist dabei auch der gelegentliche Bezug zu spezifisch hamburgischen Themen aus der Geschichte der Stadt, z.B. der Brückenschlag zum musikalisch hoch interessanten 18. Jahrhundert oder zur Musikhochschule und ihrem Gründer Philipp Jarnach. Darüberhinaus wird weiterhin die Zusammenarbeit mit Komponisten anderer Städte und Länder gesucht, so wie es seit dem ersten Festival in 1992 in der GNMH üblich war. Im Jahr 2009 stehen dafür Konzerte mit Berliner Komponisten und eines mit einem Trio aus Florenz, das auch Werke italienischer Komponisten mit im Programm hat.

René Mense, im Oktober 2008